Neues Jahr 2016: Naturschutz, Weinbau, Kulturpflege und Energie für Mühltal


Es ist, im Neuen Jahr 2016, an der Zeit, land- und energiewirtschaftliche Projekte anzugehen, welche Mühltal auch ökologisch zukunftsfähig machen. Ein Leitmotiv sollte dabei sein, Gemeindeeinnahmen möglichst umweltfreundlich zu erwirtschaften und einzusetzen. Hier gibt es in Mühltal durchaus Möglichkeiten, aber man sollte auch wichtige Randbedingungen beachten.

Denken wir beispielsweise an die Landwirtschaft: Ein „Muss“ ist dabei die ökologisch verträgliche Nutzung der Ackerflächen. So haben beispielsweise glyphosathaltige und andere für Mensch, Pflanze und Tier gefährliche Herbizide auf unseren Feldern nichts zu suchen. Als besonders erfreulich bewerten wir das Vorhaben der Nieder-Ramstädter Weinmacher, den Weinbau in Mühltal nach biologisch-dynamischer Art wieder zu beleben. Inzwischen haben sie bereits den ersten Bio-Weinberg bepflanzt. Solche Konzepte müssen von der lokalen Politik und Wirtschaft wirksam unterstützt werden!

Wir denken auch an eine professionelle Tourismusförderung mit Augenmaß. Mühltal kann wahrlich eine außergewöhnliche Reihe an abwechslungsreichen Natur- und Kultursehenswürdigkeiten aufzeigen, zum Beispiel die Burg Frankenstein oder die immer noch zu wenig ins Bewusstsein gebrachte uralte, großartige Mühlentradition. In einer solchen Kulturpflege und Kulturdarstellung sehen wir sogar einiges Potential für eine Einnahmequelle durch Fremdenverkehr.

Wir könnten die Energiewende hier vor Ort, bei uns in Mühltal, viel stärker unterstützen. Sonne, Wind, Wasser und Biomasse stehen uns nahezu uneingeschränkt zur Verfügung. Ein Ziel könnte sein, in der Energieversorgung durch die Errichtung kommunaler Energieanlagen mit Beteiligungsmöglichkeiten weitestgehend autark zu werden. Viele Beispiele geben uns hier Rückenwind: So hat die Energie-Genossenschaft „Nahwärme Emstal“ in Lathen (Niedersachsen) eine Anlage zur Nutzung von naturbelassenen Materialien als Brennstoff zur Speisung von Heizwärme errichten können. Der mutige Gemeinderat in Dollnstein (Bayern) beschloss die Gründung eines kommunalen Energieunternehmens, welches die Versorgung des Gemeindegebietes mit erneuerbarer Energie überprüft und Photovoltaik-Anlagen baut. Sogar einige unserer unmittelbaren Nachbargemeinden haben mit der Energiegenossenschaft Starkenburg (Bergstraße) eines der modernsten Unternehmen für die Erzeugung und die Vermarktung von regenerativem Strom gegründet. Neben Solar-, Geothermie-, Biogas- und Wasserkraftanlagen runden gerade bei uns auch Windräder, wie die auf der Neutscher Höhe, die Palette der Möglichkeiten ab. Die „Energiegemeinde Mühltal“ soll mit solchen oder analogen Vorhaben entstehen! Ein dezentraler Ausbau der Nutzung von regenerativen Energiequellen schafft neue Arbeitsplätze, steigert die kommunalen Einnahmen und leistet einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz.

Allerdings muss bei solchen Überlegungen stets der Naturschutz beachtet sein. So müssen avifaunistische Gutachten erstellt werden. Schließlich ist unser Wald für die kommunale Lebensqualität von überragender Bedeutung. Deshalb sollte die derzeitige Waldwirtschaft zugunsten der Naherholung und zum Schutz der dort lebenden Fauna überdacht und eingeschränkt werden. Eine FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) und eine damit verbundene nachhaltige Forstwirtschaft zur Holzgewinnung aus unserem Wald sind wichtige Schritte und dürfen von der Gemeindevertretung nicht länger abgelehnt werden.

Ihr seid alle herzlich eingeladen, diesen Prozess mitzugestalten!

Für die LINKEN in Mühltal
Ursula Schymanski und Franz Fujara