Ein Stück regenbogenfarbiger Stoff


Am 20.08.2016 haben die LINKEN in Mühltal acsd (3)nläßlich der CSD-Aktionswoche (Christopher Street Day) des Vereins „Vielbunt“ aus Darmstadt eine eignene Aktion vorm Rathaus in Nieder-Ramstadt durchgezogen. Mit einem Infotisch und der Regenbogenfahne in der Hand wurde ein politisches Zeichen gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen in Mühltal gesetzt. Vielbunt e.V. will jedes Jahr „queeren Themen“ eine eigene Bühne geben und dabei möglichst viele Menschen in Darmstadt und Umgebung erreichen und informieren.

csd (4)Die LINKEN wollten von Beginn an diese Aktion als gemeinsame Angelegenheit aller Parteien in Mühltal sehen und die Veranstaltung durch die Verwaltung durchführen lassen. Dazu sollte die sog. Regenbogenfahne für 48 Stunden am Rathaus Mühltal gehißt werden. Auch in Mühltal leben viele Schwule und Lesben, ob in Politik, Wirtschaft oder religiösen Gemeinschaften- sie sind bereits lebende Realität einer modernen Gemeinde. Folglich brachte die Fraktion der LINKEN am 12 Juli 2016 den Antrag „Anerkennung von Schwulen und Lesben in Mühltal“ in die Gemeindevertretung ein. Dieser Antrag wurde von der Mehrheit der Parlamentarier abgelehnt!

Die Begründungen gegen die völlige Akzeptanz von homosexuellen Lebensweisen ist dabei immer die gleiche, auch in Mühltal: „Wir haben nichts gegen die, aber ….“. So wurde in der Sitzung vor allem von der SPD gegen die Anbringung der Regenbogenfahne kurvenhaltig argumentiert. „Dabei stehen die Farben des Regenbogens nicht nur für Stolz und Vielfalt der lesbischen und schwulen Lebensart, sondern in vielen Kulturkreisen auch als Zeichen für Frieden, Hoffnung und Sehnsucht“, so Franz Fujara von der Fraktion der LINKEN.  Trauriger Höhepunkt war die Antragsablehnung der GRÜNEN, die sich einst die Rechte der Homosexuellen in Deutschland auf die Fahne geschrieben hatten.

csd (2)Vor allem für heranwachsende Schwule und Lesben im ländlichen Raum ist die öffentliche Anerkennung ihrer Lebensweise ein wichtiges Signal. Dies würde ihr sog. Coming-out erleichtern, denn auch dieser Schritt kann nur in einem offenen-sozialen Ort passieren. Zumindest kamen dann doch viele Gemeindevertreter fast aller Fraktion während der Aktion der LINKEN am Rathaus vorbei. „Es besteht doch noch Hoffnung, dass sich alte Gedankenmuster ändern und wir alle gemeinsam unseren Ort lebenswerter und schöner gestalten werden, und zwar für alle!“, betonte Tanja Eick, Vorsitzende der LINKEN in Mühltal.