In Vino Veritas


Mit großer Freude nahmen wir den Erfolg in Sachen Weinbau in Mühltal auf der Titelseite der August-Ausgabe der MühltalPost auf („Weinbau zurück in Nieder-Ramstadt“). Wir hatten uns -als neue Ortsgruppe- von Anfang an mit dieser Idee angefreundet und öffentlich für die gemeinsame Unterstützung des erfreulichen Vorhabens gebeten, den Weinbau in Mühltal wieder zu beleben. Durch unsere Arbeiten als neugewählte Gremienmitglieder haben wir diese Unterstützung anschließend kommunalpolitisch fortgesetzt. Die Möglichkeit des biologisch-dynamischen Weinanbaus in Nieder-Ramstadt birgt eine Reihe positiver und langlebiger Effekte für unsere Gemeinde: Arbeitsplätze, ökologische Landwirtschaft und Tourismusförderung. Nach diesem ersten Schritt sollten nun weitere folgen: unserer Gemeinde stünde es gut an, wenn auch andere landwirtschaftliche Betriebe auf ökologischen Landbau umstiegen. Dafür wünschen wir uns ermunternde Signale aus der Politik.

In Sachen Kinderbetreuung, Aufrechterhaltung der Jugend- und Seniorenförderung, Sanierung des Bauhofes und Umgang mit Natur und Wald wird dagegen nicht immer reiner Wein eingeschenkt. Und es tritt uns ein weiteres Problem immer deutlicher vor Augen, der eklatante Mangel an erschwinglichen Sozialwohnungen!

Zwar ist unsere CDU-geführte Gemeinderegierung fast süchtig nach der Ausweisung neuer Baugebiete. Wenn aber angemahnt wird, dass darin ein signifikanter Teil sozialer Wohnungsbau enthalten sein MUSS, wird man schmallippig. So wurden Vorschläge der Nieder-Ramstädter Diakonie, die derzeit einen Architektenwettbewerb zur Bauplanung ihres riesigen Geländes „Am Dornberg“ durchführen lässt, eine Sozialwohnungsquote als Rahmenbedingung an die Hand zu geben, mit dem Argument abgelehnt: „Lasst die Architekten erstmal machen, wir schauen uns ihre Ideen an und entscheiden dann später – auch unter Berücksichtigung sozialer Kriterien.“ Wer´s glaubt, wird selig.

Nüchtern betrachtet wünschen wir uns „mehr Wahrheit“ bei diesen und anderen wichtigen Themenkomplexen seitens der CDU-SPD-Grünen Regierung. Aber wir hoffen immer noch, uns bei einem Glas Wein näher zu kommen, um gemeinsam die Herausforderungen in unserer Gemeinde endlich anzupacken.

Franz Fujara und Tanja Eick