Erinnerung an die Opfer der NS-„Euthanasie“ in Nieder-Ramstadt


Der Antrag wurde aufgrund des unsachlichen Umgangs mit dem Thema seitens der Bürgermeisterin Astrid Mannes in der GVE-Sitzung am 28.03.2017zurückgezogen (siehe dazu den Beitrag unter „Presse und Artikel“).


Die Gemeindevertretung möge beschließen:

Anlässlich des „Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung“ am 3. Dezember 2017 wird die Gemeinde Mühltal eine Veranstaltung zur Erinnerung an die mehr als 450 von den NS-Faschisten ermordeten Menschen aus den damaligen „Nieder-Ramstädter Heimen“ durchführen.

Die Zusammenarbeit aller Fraktionen, der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie sowie des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (www.ak-ns-enthanasie.de) wird erwünscht.

Begründung:

Dr. Ute Hoffmann (Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg) beschreibt es treffend:

„In den Jahren 1933 bis 1945 wurden zehntausende psychisch kranke, geistig behinderte oder sozial auffällige Männer, Frauen und Kinder verstümmelt oder ermordet. Für sie gab es keinen Platz in der so genannten deutschen Volksgemeinschaft. Ihre Versorgungs- und Unterstützungsbedürftigkeit hatte sie zu „Ballastexistenzen“ gemacht, die es zu beseitigen galt. Die nationalsozialistische Diktatur bot die Voraussetzungen für Legitimation und Organisation dessen, was Politiker und Ärzte schon lange gefordert hatten. Tradierte Vorurteile gegenüber Kranken und Behinderten wie auch die sozialen Verteilungskämpfe ließen den größten Teil der Bevölkerung dazu schweigen.“

Vor 80 Jahren überfiel die unmenschliche Ideologie der Nationalsozialisten die damaligen Nieder-Ramstädter Anstalten (ab 1939: Nieder-Ramstädter Heime) mit unvorstellbar entsetzlichen Auswirkungen für die dort lebenden Menschen.

Es ist an der Zeit, gerade für die Gemeinde Mühltal, erneut ein klares und deutliches Zeichen auch gegen die heutige Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, die sich immer noch in vielen Bereichen des täglichen Lebens widerspiegelt, zu setzen.


Dieser Antrag wurde in der Sitzung der Gemeindevertretung (GVE) am 20.12.2016 behandelt und zur weiteren Beratung und Vorgehensweise in den Ausschüssen überwiesen.