GRÜNE lehnen Walderhaltungssatzung ab!


FSC-Zertifizierung missglückt?

12.09.2017

Nachdem die Grünen-Fraktion in Mühltal bereits im Mai dieses Jahres den Antrag der LINKEN abwehrte, den Gemeindewald nach den Naturland-Richtlinien zu zertifizieren, lehnten sie heute die Festlegung einer Erhaltungssatzung für den Mühltaler Wald ab. Die Fraktion FUCHS (lokale Wählergemeinschaft) stellte den entsprechenden Antrag -inklusive erarbeiteter Satzung- der Gemeindevertretung (GVE) zur Abstimmung am 12.09.17 vor. Der Vorschlag wurde mehrheitlich, auch mit den Stimmen der Grünen, abgewiesen.

Die vorgesehene Erhaltungssatzung sah eine schonendere Waldbearbeitung durch die Forstung (HessenForst) vor. „Durch die Ausbeutung unserer Wälder sinken Lebensqualität, biologische Vielfalt und Holzmarktpreis. Ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Holz würde Verschwendungen in allen möglichen Bereichen der Holznutzung hemmen“, so Brigitte Schulda, Mitglied der GVE für die LINKEN.

Die Gegner der Erhaltungssatzung (FDP, CDU und SPD) betonten, dass die intensive Nutzung des Waldes aus ökonomischen Gründen wichtiger sei. Auch die GRÜNEN in Mühltal sagen inzwischen klar und deutlich: Wirtschaft vor Naturschutz! Dabei beträgt der jährliche Gewinn für die Gemeinde durch die Forstwirtschaft gerade mal zwischen 5.000 und 10.000 EURO.

“Mühltal könnte mit einer gezielten Waldnutzung für Naherholung, Tourismus, Gastronomie und Kleingewerbe langfristig viel mehr Erträge erzielen als mit den suboptimalen Zustand der Waldbewirtschaftung durch HessenForst, so Mario Guglielmi (LINKE Mühltal): „der Wald gehört schließlich den Menschen in Mühltal, nicht den Holzhändlern“.

FSC-Zertifizierung?

Das Mühltaler Gemeindeparlament hatte letztes Jahr beschlossen, nachdem die GRÜNEN jahrelang dagegen waren, den Wald zumindest durch FSC (Forest Stewardship Council) zu zertifizieren. Seit mehreren Monaten sind nun die Arbeiten des vom FSC beauftragten Prüfungsunternehmens im Gange. Ein erstes Ergebnis oder ein eventueller Vorbericht dieser Prüfung wurde bis heute der Lokalpolitik nicht bekanntgegeben. „Es wäre nahezu skandalös, wenn Bürgermeisterin und CDU-Bundestagskandidatin Astrid Mannes, negative Vor- oder Zwischenberichte der FSC-Prüfung verdeckt halten sollte. Das wollen wir nicht glauben, denn immerhin sieht der FSC – Zertifizierungsprozess eine starke Partizipation der Öffentlichkeit vor“, so Guglielmi.

Laut FSC wird nach Betriebsprüfung der Forstarbeiten und des Holzverkaufssystems ein Zwischenbericht mit Empfehlungen „für die vom Forstbetrieb zu verbessernden Bereiche oder gewisse Auflagen zur jeweiligen Waldbewirtschaftung“ erstellt. Die Gemeinde und „unabhängige“ Experten überprüfen die Ergebnisse des Zwischenberichtes. Entspricht die Mühltaler Waldbewirtschaftung den FSC-Standards nicht, so wird dem Forstbetrieb und der Gemeinde kein Zertifikat ausgestellt.

„Wir hoffen immer noch, dass die FSC-Zertifizierung für Mühltal Erfolg haben wird“, betont Brigitte Schulda: „denn nur so wird die Wirtschafts- und Arbeitsweise von HessenForst zumindest etwas transparenter und es können kleine ökologische Akzente für den Wald durchgesetzt werden. Dennoch wird unser Vorhaben, den Wald durch eine noch weitergehende Zertifizierung nach Naturland zu erhalten, ebenfalls bestehen bleiben!“