Der Wald gehört uns allen


Waldwirtschaft durch HessenForst

Gastbeitrag von Karin Mühlenbock


Kaum zu glauben wie durch HessenForst derzeit massenweise Baumfällungen rund um Darmstadt in unseren Wäldern erfolgen und dies, obwohl Darmstadt die schlechteste Luft in ganz Hessen zu bieten hat. Wirtschaftlichkeitswahn zerstört unsere Wälder nachhaltig für Generationen!

Schauen Sie sich beispielsweise den Waldweg von der Lichtwiese kommend Richtung Traisa an, Nähe Betriebswerkstätte Böllenfalltor und Klippsteingrab entlang des Bachwiesenweges, also vor den Toren Darmstadts, oder die rechte Seite von Darmstadt kommend hinter dem Goethefelsen, oder, oder, oder …  es bietet sich ein Bild des Jammers, ein ausgedünnter Wald, die schönsten Bäume, von denen einige Naturdenkmäler darstellten, einfach weggehauen. Egal in welchen Wald man sich in Stadtnähe begibt, selbst vor Habitatbäumen macht die Säge nicht halt, auch wenn in den Bäumen sichtbar Bruthöhlen sind. Es ist ein Holzwahn ausgebrochen. Wirtschaftlichkeit vor allem Anderen!

Mir persönlich wurde die Naherholung im Wald von HessenForst geraubt. Ich kann mich in einem derart geschändeten Wald nicht erholen und das, obwohl die Stadt Darmstadt, nebst anderen stadtnahen Gemeinden in ihrer Forsteinrichtung die Naherholung als oberste Priorität für ihren Wald festgelegt haben. Wen schert‘s?

Die Krux: die Staatswälder werden m.E. besonders ausgebeutet. Für den Waldbesucher macht es aber keinen erkennbaren Unterschied ob er Erholung in einem Staats-oder Kommunalwald sucht. Wenn dann Forstfachleute erklären, dass das nachwachsende Gestrüpp ebenfalls zum Zuwachs des Holzes gezählt wird, und deshalb nachhaltig gewirtschaftet wird, überzeugt nicht.

Früher dachte ich, Förster und Forstamtsleiter hätten ein Fachwissen, im Idealfall gepaart mit Gewissen, wären deshalb prädestiniert zu beurteilen was dem Wald noch zuträglich ist. Wenn ich mir die Waldbewirtschaftung so ansehe, kann ich nur feststellen, dass es nur noch darum geht, möglichst viel Holz auf den Markt zu werfen, andere Kriterien kann ich nicht mehr feststellen. Wie dumm, wenn alle ihr Holz auf den Markt werfen für viel zu niedrige Preise, ja wir verschleudern regelrecht unser Holz! Wir exportieren mehr Holz, auch nach China, als wir einführen, soviel zur Bilanz.

Es kann m. E. noch so viel Hochglanzwerbung von HessenForst und geschickte Rhetorik nicht über unsere nachhaltig ruinierten Wälder hinwegtäuschen. Der Wald bietet uns Menschen weit mehr als nur Holz. Für das Kleinklima im Wald brauchen wir ein großes Kronendach, für die Absorbierung von Feinstaub, und, und, und. Eine gute Altersklassendurchmischung ist für mich bereits durch die intensive Bewirtschaftung in den letzten 10 Jahren nicht mehr gegeben.  Ein weiter so im Rhein/Main-Gebiet mit der vorhandenen schlechten Luft ist in meinen Augen mehr als verantwortungslos, wenn man bedenkt, dass Menschen wegen schlechter Luft sterben müssen.

Die Politik der Stadt Darmstadt kann und muss über die Landespolitik ein Umdenken für den Staatswald und den Kommunalwald bewirken.

Wer nicht handelt macht sich schuldig!

Mehr Infos:  www.pro-walderhalt.de


Fotos von Karin Mühlenbock