CDU verliert Bürgermeistersitz


Lange Gesichter gab es am Sonntagabend (21.01.2018) in den Reihen der CDU-Fraktion und deren AnhängerInnen. Manche starrten gar fassungslos auf die im Foyer des Bürgerzentrums Nieder-Ramstadts veröffentliche vorläufige Wahlergebnisse der Bürgermeisterwahl.


Ganz klar vorne lag die von der SPD ins Rennen gegangene Katharina Ebert mit 34 % der Stimmen. Willi Muth (FDP) folgte ihr mit 23,7 % der Stimmen und erst auf Platz 3 landete der von der CDU aufgestellte Thomas Hölscher mit 22,4 %.

Platz 4 belegte Christoph Zwickler (FUCHS) mit 14 % und Platz 5 geht an Falko Holger Ostertag (Die Mühltaler) mit 5,9 %.

Dieses Wahlergebnis war für die meisten Anwesenden eine Überraschung und doch zumindest, was die Ergebnisse der CDU anbelangt, ein Abbild der „verbrannten Erde“, die die bisherige Bürgermeisterin Astrid Mannes (CDU) in Mühltal hinterlassen hat. Wurde sie schon von Nicht-Anhängern bei der Bundestagswahl mit Stimmen unterstützt, damit sie ja bald auch Mühltal verlassen werde, so haben auch die Bundestagswähler in Mühltal, die die CDU mit der Erststimme (37,3 %) und Zweitstimme (29,8 %) unterstützt hatten, auch hier ein klares Zeichen gesetzt, dass die oder der nächste Bürgermeister nicht mehr aus den eigenen Reihen gestellt werden soll.

Thomas Hölscher war nun nicht besonders auffallend im Wahlkampf, jedoch kann man dieses schlechte Wahlergebnis nicht alleine darauf zurückführen. Mannes hat in den letzten beiden Jahren einen zunehmenden aggressiven und oft am Rande der Respektlosigkeit gehaltenen Auftritt gehabt. Das wurde in den Ausschusssitzungen der Gemeindevertretung aber auch in den Gemeindevertretersitzungen selbst immer klarer. Dafür wurde sie öfters gerügt – allein genutzt hat es wenig. Und so waren viele Mühltaler sehr froh, sie `gen Berlin reisen zu sehen und gaben ihr deswegen auch die Stimme bei der Wahl, die sie brauchte.

Auch dass die CDU in der Gemeindevertretung immer wieder sinnvolle, für Mühltal wichtige Anträge mit einem NEIN bei der Abstimmung boykottierte, da sie nicht vom „richtigen“ Antragsteller kam, ist vielen Besuchern aufgefallen und mit großem Ärger und Unverständnis kritisiert worden. Selbst hatte die CDU bei der Antragstellung wenig bis gar nichts zu bieten – das alles zahlte sich nun am Sonntagabend hier in Mühltal aus.


Von daher begrüßt die LINKE hier in Mühltal das Ergebnis dieses ersten Wahlgangs, dem die Stichwahl zwischen Ebert und Muth am 18. Februar folgen wird.